Tipp: Standardworkflow für die EBV

(c) 2005 Thomas Stölting, Stand: 24.10. 2006

Bei der Elektronischen Bildverarbeitung (EBV) von Fotos mit Photoshop (PS) empfiehlt sich folgender Standardworkflow: 

  1. RAW-Entwicklung in ein bearbeitbares Dateiformat (TIFF bzw. PSD)
    mit der zusammen mit der Kamera gelieferten Software, mit: CaptureOne Pro, mit PS-ACR-Plugin) oder auch mit RAWShooter Essentials 2005 (RSE)

  2. Farbrauschen entfernen
    mit Noise Ninja oder Neat Image; oder ganz ohne Fremdsoftware nur mit Photoshop-Bordmitteln)

  3. Bildausschnitt mit dem "Freistellungswerkzeug (C)" festlegen (siehe auch Rand beschneiden). Dazu gehört auch die Korrektur der Schieflage, der Perspektive und ggf. der optischen Verzeichnungen
    ACHTUNG: Beim Beschneiden kann der nicht mehr sichtbare Bereich auch nur ausgeblendet anstatt gelöscht werden. So kann auch nach der Wahl eines kleineren Ausschnitts der größere Originalausschnitt später wieder rekonstruiert werden (siehe auch Rand beschneiden).

  4. Ggf. Umsetzung in S/W

  5. Tonwerte anpassen mit "Bild / Anpassen / Tonwertkorrektur...(STRG+L)" (siehe auch Tonwertkorrektur) oder besser als separate Einstellungsebene über "Ebene / Neue Einstellungsebene / Tonwertkorrektur...".

  6. Gradation anpassen mit "Bild / Anpassen / Gradationskurven... (STRG+M)"
    (siehe auch Gradation anpassen) oder besser als separate Einstellungsebene über
    "Ebene / Neue Einstellungsebene / Gradationskurven...".

  7. Sonstige Bearbeitungen (Farbkorrekturen, Colorieren, Störungsbeseitigung ...) 

  8. Bildgröße und Auflösung an Ausgabemedium anpassen
    (extern mit: PhotoZoom Pro; intern mit "Bild / Bildgröße..." siehe auch Bild vergrößern

  9. Nachschärfen oder Weichzeichnen
    (Unscharf Maskieren, Unscharf Maskieren und Versetzen, Schärfen mit Hochpassfilter, Schärfen von Konturen, Schärfen im Lab-Modus, Schärfen von Schatten, Soften, Gaußscher Weichzeichner, Verwackeln, Bewegungsunschärfe, externe Plugins usw.). Einen Vergleich verschiedener Schärfungstechniken finden Sie unter "Beispiele für Schärfungstechniken"  

  10. Rahmen erstellen

  11. Speichern des bearbeiteten Bildes im  TIFF- oder PSD-Format

  12. Konvertierung in das jeweilige Farbraumprofil des Ausgabeziels und Erzeugung von separaten 8 Bit/Kanal-Dateien für die Webdarstellung, für Ausdrucke und für Ausbelichtungen. Diese Versionen können, müssen aber nicht unbedingt archiviert werden

    ACHTUNG: neben der Größe und dem Dateiformat muß u.U. auch die Farb- und Kontrastdarstellung an das Ausgabemedium (Drucker, Ausbelichtung, Internet) angepasst werden. Hierzu siehe auch Farbmanagement.

    ACHTUNG: Soll das Bild in einem nicht-farbmanagementfähigen Programm, wie z.B. in Webbrowsern, angezeigt werden, so muß das Bild vor dem Aufrufen von "Für Web speichern" in den sRGB-Farbraum konvertiert werden.

    ACHTUNG: Wenn extreme Farb- und Tonwertänderungen im Bild mit Hilfe von Einstellungsebenen vorgewählt worden sind, dann sollten diese durch "Ebene / Mit darunter liegender auf eine Ebene reduzieren STRG+E" vor dem Konvertieren von 16 nach 8 Bit/Kanal ausgeführt werden. Geschieht dies nicht, werden die Farb- und Tonwertänderungen nur in 8 Bit ausgeführt und dabei kann es durch 8-Bit-Rundungsfehler zu Posterisationen (Tonwertabrissen) kommen.

  13. Archivierung der PSD-/TIF-Datei auf separaten Medien. Nur in Ausnahmefällen, wenn z.B. der Ausschnitt des bearbeiteten Bildes sehr stark vom Original abweicht, werden die JPG-Originale ebenfalls archiviert. RAW-Dateien werden zusammen mit den Metadaten (XMP) in jedem Fall archiviert.


Natürlich handelt es sich hier nur um eine grobe Richtschnur und Empfehlung. Ergänzungen oder Auslassung von Schritten sind jederzeit möglich.
Wichtig ist auf jeden Fall, daß das Entfernen von Rauschen (2.) als einer der ersten und Bildgrössenanpassung (8.), Nachschärfen bzw. Weichzeichnen (9.)  und das Konvertieren in den Zielfarbraum als einer der letzten Schritte innerhalb des Workflows ausgeführt werden.

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