Tipp: Unscharf maskieren

(c) 2004 Thomas Stölting, Stand 26.8.2006

Der einzige brauchbare Photoshop-Filter zur Verbesserung der Bildschärfe ist der Filter "Unscharf maskieren (USM)", der durch "Filter / Scharfzeichnungsfilter / Unscharf maskieren..." aufgerufen wird. Er erlaubt eine weitgehende Beeinflußung des Ergebnisses wodurch aber seine Bedienung nicht gerade einfach ist.

Im Folgenden wird beschrieben, wie man den Filter USM richtig anwendet: 

  1. Ansicht auf 100% durch "Ansicht / Tatsächliche Pixel ALT+STRG+0" einstellen.
    Nur in dieser Zoomstufe läßt sich die Schärfe richtig beurteilen.

  2. Enthält ein Foto feinere (beim Portrait z.B. die Haare) und gröbere (beim Portrait z.B. Augen, Nase, Mund und Gesichtskonturen) unscharfe Konturen, so ist eine getrennte Bearbeitung dieser Bereiche empfehlenswert. Dies kann man gezeilt durch die Anwendung von Ebenenmasken steuern (siehe auch "Portrait-Retusche").

  3. Mit folgenden Einstellungen wird nach "Filter / Scharfzeichnungsfilter / Unscharf maskieren..." begonnen: 

    Stärke:  100%
    Radius: je nach Bildauflösung (1 Pixel / 150 ppi) 1 - 2 Pixel.
    Schwellenwert:  0 Stufen

  4. Nun nach Augenmaß den Radius verändern: 
    Für feine Details empfiehlt sich ein Radius < 1 Pixel und für gröbere Details ein Radius zwischen 1 bis 2 Pixeln. An den geschärften Details sollten keine Konturverdickungen bzw. Kontrastkränze zu sehen sein .

  5. Jetzt kann die Stärke nachjustiert werden: 
    Vorsichtiges Erhöhen ohne daß Farbkränze und Übersteuerungen sichtbar werden. Dabei sollte der Stärke-Wert eher niedrig angesetzt werden, da er durch nochmalige Anwendung ("STRG+F") später leicht weiter erhöht werden kann.

  6. Der Schwellenwert: sollte langsam nach Augenmaß auf maximal einstellige Werte erhöht werden. Bei Beschränkung der Nachschärfung auf bestimmte Bereiche durch die Anwendung von Ebenenmasken, kann der Schwellenwert auch auf 0 Stufen gesetzt bleiben.

  7. Durch das "Nachbelichter-Werkzeug (O)" können nach der Anwendung von USM einige verblasste Details (z.B. beim Portrait die Augenbrauen) vorsichtig verstärkt werden. Auch hier durch wird der Schärfeeindruck erhöht.


ACHTUNG: Oftmals erscheinen Fotos, die mit dem USM-Filter geschärft wurden, überschärft. Dies liegt vor allem an hellen Kanten, die einen zusätzlichen übertriebenen hellen Saum erhalten, während die dunklen Kanten gerade richtig geschärft erscheinen.
Es ist deshalb sinnvoll, die dunklen und die hellen Kanten getrennt voneinander in unterschiedlicher Stärke zu schärfen. Dies erreicht man folgendermaßen:


  1. Anlegen einer Kopie der Original-Ebene durch "Ebene / Neu / Ebene durch Kopie STRG+J"

  2. Auf diese Ebene den Filter USM (s.o.) anwenden

  3. Den Modus dieser Ebenen-Kopie in der Ebenen-Palette auf "Abdunkeln" setzen

  4. Diese Ebenen-Kopie wiederum durch "Ebene / Neu / Ebene durch Kopie STRG+J" kopieren

  5. Den Modus dieser 2. Ebenen-Kopie auf "Aufhellen" setzen.

    Man erhält so 2 geschärfte Ebenen. Eine, die nur die dunklen Kanten (Modus "Abdunkeln") und eine zweite, die nur die hellen Kanten (Modus "Aufhellen") berücksichtigt. Durch Einstellung der Ebenendeckkraft in der Ebenen-Palette können nun die hellen und die dunklen Kanten unabhängig voneinander geschärft werden. Wie schon oben erwähnt, sollte die Deckkraft der Ebene "Aufhellen" etwas reduziert werden, da durch sie meist der Überschärfungseindruck entsteht.

    ACHTUNG: Die oben genannten Einstellungen gelten für das USM-Schärfen von Bildern, die auf dem Bildschirm angezeigt werden sollen. Ausdrucke müssen noch etwas mehr geschärft werden. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, die Stärke, die für die Bildschirmansicht richtig ist, nochmals um 50%-Punkte zu erhöhen. D.h. ein Bild, daß mit einer Stärke von 75% für die Bildschirmdarstellung ausreichend geschärft ist, muß für den Druck mit einer Stärke von 125% geschärft werden.

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